Was ist Osteopathie?

„Leben ist Bewegung“ heißt ein Grundsatz der Osteopathie. Er ist die Basis osteopathischen Denkens und Handelns. Bewegung ist Ausdruck von Lebenskraft, die sich durch das Funktionieren des Körpers äußert.

Eine osteopathische Behandlung setzt bei Störungen an. Von einem gestörten körperlichen Gleichgewicht spricht man, wenn Knochen, Muskeln und innere Organe etc., welche durch Kreis- läufe miteinander verbunden sind und Botschaften sowie Körperreaktionen weiterleiten, nicht mehr ausgewogen arbeiten

Normalerweise ist der Körper imstande, sich selbst zu regulieren, zu heilen und gesund zu erhalten. Häufig ist er aber nicht mehr selbst in der Lage, dieses körperliche Gleichgewicht wieder herzustellen. Aus Sicht der Osteopathie ist hierfür die verloren gegangene, zur Wiederherstellung des Gleichgewichts notwendige Beweglichkeit aller Systembereiche ursächlich verantwortlich.

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, welche dem Organismus hilft, sich selbst zu helfen und ihn in seiner Gesamtheit stimuliert.

Eine osteopathische Behandlung hat zum Ziel, Hindernisse aufzulösen, die das Blut bei der Zirkulation stören. Zugleich soll sie den Körper dabei unterstützen, Hindernisse wie z.B. blockierte Gelenke sowie Faszien - (diese bilden u.a. schützendes Gewebe, koordinieren die Körperspannung etc.) und Muskelverspannungen zu lösen, wodurch die Lymphe wieder ungehindert fließen kann.

Für den Osteopath ist der Mensch eine Einheit aus Körper, Seele und Geist, weshalb er nicht zwischen körperlicher und seelischer Gesundheit trennt. Er benötigt lediglich seine Hände, um Blockaden lösen zu können und verhärtete Strukturen in ihre ursprüngliche Form und an ihren angestammten Platz zurückzuführen. Dadurch können die Selbstheilungskräfte des Menschen wieder wirksam werden. Von dem Betroffenen wird dies als „innere Befreiung“ empfunden. Seine Lebensenergie beginnt infolge der natürlichen und wirkungsvollen Behandlungsweise zu fließen.

Woher kommt die Osteopathie?

Der Begründer der Osteopathie war der von 1828 – 1917 in Amerika lebende klassisch ausgebildete Arzt Andrew Taylor Still. Da er die symptomatische Behandlung nicht als ausreichend empfand, entwarf er folgendes Konzept, bei dem sich der Mensch in drei Systembereiche aufgliedert, welche in einer wechselseitigen Abhängigkeit zueinander stehen:

Die parietale Osteopathie umfasst den Bewegungsapparat. Dazu gehören z.B. Knochen, Muskeln und Gelenke.

Die viszerale Osteopathie umfasst den Schädel und die inneren Organe sowie Eingeweide mit den dazugehörenden Blutgefäßen, Lymphgefäßen und Nerven.

Die kraniosakrale Osteopathie umfasst den Schädel und die Wirbelsäule mit der Hirn und Rückenmarksflüssigkeit, die Membranen sowie das Hirn und Rückenmark.

Andrew Taylor Still entwickelte hieraus eine manuelle Behandlungsmethode, welche von seinen Schülern fortgeführt und weiterentwickelt wurde. Die Philosophie beinhaltet das Konzept der Einheit von Struktur und Funktion des Organismus im gesunden sowie im kranken Zustand.